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Was ist eine finnische Sauna?

Finnische Sauna

Finnlands Waldreichtum ist legendär. Von dort hat die Sauna, als Inbegriff für Erholung, ihren Siegeszug rund um die Welt angetreten. Fast jeder kennt ihn, den seltsamen Stimmungswechsel beim Betreten einer Saunakabine. Urplötzlich schlägt das gestresste Herz ruhiger, ein Geruch nach Fichte, Zirbe, Kiefer dringt tief in uns ein, jede Pore scheint sich auf die Schwitzkur zu freuen. Geübte erahnen bereits den aromatischen Duft nach einem Aufguss.

Woraus wird die finnische Sauna gebaut?

Fast zur Gänze aus Holz. Moderne Saunen, wie es sie auch online in spezialisierten Shops wie Fischer Bau und Hobby zu kaufen gibt, bestehen aus vier Holzwänden, wobei die Vierte auch durch Glas ersetzt werden kann, was der Kabine, auf den ersten Blick, mehr Tiefe verleiht. Die Polarfichte, auch nordische Fichte genannt, wird aufgrund ihrer Robustheit, der ausgeprägten Astlochbildung und nicht zuletzt wegen ihres Geruchs besonders geschätzt. Tanne, Espe und manchmal auch das finnische, durch Trockenkälte verdorrte Keloholz, finden Anwendung im Saunabau.

Die Innenausstattung der finnischen Sauna

Kleine bis mittelgroße Saunakabinen beeindrucken durch ihre auffällige Stufenarchitektur. In jeweils einem Halben und in eineinhalb Meter Höhe finden Saunabesucher auf rundum laufenden Sitz- und Liegeflächen Platz. Direkt neben dem Eingang steht die Wärmequelle, der Saunaofen. Er wird elektrisch, mit Holz, Öl oder, wie ehedem, durch offenes Feuer beheizt. Obenauf liegen Lavasteine die sich, ohne zu zerspringen, auf 500 Grad erhitzen lassen. Nach einer Stunde Vorwärmzeit ist die elektrisch betriebene Variante bereit für den ersten Saunagang.

Die Aufgusszeremonie – Utensilien, Traditionen

Öffentliche Saunen in Schwimmbädern leisten sich oft den Luxus eines Saunameisters. Er ist in die Rituale des, in Finnland „löyly“ genannten, Dampfstoßes eingeweiht. Hotelsaunen statten ihre Kabinen mit Saunaeimer und Saunakelle aus. Einige Tropfen Latschenkiefer-, Myrten-, Salbei-, Zedern-, Zitronenöl werden in die Kelle mit Wasser geträufelt und ihr Inhalt, anschließend, auf den heißen Steinen verteilt. Die Düfte unterstützen die immunstärkende Wirkung des Saunagangs. Der weltweit, außer in Finnland, übliche „Wachler“ verteilt den entstehenden Wasserdampf mittels rotierender Handtuchbewegungen unter der Kabinendecke.

Bräuche in der finnischen Sauna

Jeder Saunagast, der zum ersten Mal eine Kabine betritt, sollte sich zuerst mit den üblichen Benimmregeln vertraut machen, die sich, nicht zuletzt aus Sicherheits- und Gesundheitsgründen, seit langer Zeit erhalten haben.

• Zuerst duschen, dann gründlich trockenfrottieren.
• Kinder, Saunaneulinge: Auf die untere Stufe, die Temperatur ist milder, die Luftfeuchtigkeit höher,
• zwei Handtücher braucht der Saunagänger: Eines zum Unterlegen, ein Zweites als Schutz für den Kopf.
• Nach kurzem Vorwärmen wird mit ca. einem Drittel vom Saunaeimer aufgegossen. Kelle für Kelle. Applaudieren nicht vergessen.
• Nach insgesamt 8 – 15 Minuten endet der erste Saunagang.
• Danach ein Luftbad mit tiefen Atemzügen, das kühlt die oberen Atemwege.
• 15 Minuten Abkühlphase unter der Schwalldusche, im Kneippbecken, Schnee, See oder Fluss. Anschließend
• 15 Minuten Erholung, Nachschwitzen im Ruheraum. Decke, Bademantel oder ein warmes Fußbad genießen.
• 2 – 3 Saunagänge gesamt sind genug. Hände weg von Saunahitze bei Bluthochdruck, akuter Verkühlung, Herzproblemen. Zur Sicherheit vorher das Gespräch mit dem Hausarzt suchen.

Recht exotisch wirkt ein Honigaufguss. Nach dem Vorschwitzen verteilt jeder Saunagänger die zähflüssige Masse auf dem Körper. Die Hitze verflüssigt den Honig, pflegt gleichzeitig die Haut. Dazu passen fruchtige Öle: Zitrone, Grapefruit, Limette, Minze. Eiswürfel zum Lutschen verteilen. Dann wird es ein Fest für die Sinne.

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