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Nachtsichttechnik bei der Jagd

Nachtsichtgerät Jagd
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Was ist ein Nachtsichtgerät und wie funktioniert es?

Ganz einfach erklärt hat ein Nachtsichtgerät die Funktion, das menschliche Sehvermögen bei Dunkelheit zu unterstützen. Das Auge kann zwar auch bei Finsternis noch gewisse Umrisse und nahe Gegenstände erkennen, aber um das Umfeld genau beobachten zu können, benötigt es eine Hilfestellung. Deshalb ist eine Verwendung von Nachtsichtgeräten auch bei der Jagd sehr gefragt, weil die unmittelbare Umgebung damit stets überwacht werden kann. Diese Apparate arbeiten normalerweise mit der Restlichtverstärkung. Dabei wird das wenige Licht, das bei Dunkelheit noch vorhanden ist, gebündelt und in Elektronen umgewandelt. Diese gelangen anschließend in ein elektrisches Feld, wo sie in eine Mikrokanalplatte gelenkt werden. Wenn eines dieser elektrischen Teilchen nun die Wände dieser Platte berührt, lösen sich weitere Elektronen, die dann auf einen Leuchtstoffschirm gelangen, wodurch die Nachtsicht, mit dem berüchtigten grünen Licht, entsteht. Eine Orientierung im Dunkeln kann aber auch mittels Infrarotstrahlung funktionieren: Weil alle Objekte eine gewisse Wärmestrahlung abgeben, die mit dem bloßen Auge nicht erkennbar ist, können bestimmte Detektoren diese Strahlung aufzeichnen und darstellen. Der wichtigste Unterschied zur Restlichtverstärkung ist, dass Wärmebildkameras überhaupt kein Licht benötigen, um zu funktionieren. Außerdem verhindert bereits eine Fensterscheibe zwischen Kamera und dem betrachteten Objekt eine bildliche Darstellung, weil Infrarotstrahlung nicht durch Glas oder sonstige feste Gegenstände dringen kann.

Pro und Kontra

Die meisten Nachtsichtgeräte zeichnet ein sehr geringer Energieverbrauch aus, mit über 48 Stunden Batterielaufzeit. Weiters ist die Bildauflösung in der Regel sehr detailliert und ohne erkennbare Verzögerung. Für Jäger besonders wichtig ist auch, dass mit Nachtsichtgeräten die Umgebung, wie am Tag, grundsätzlich sehr genau beobachtet werden kann. Vor allem dieser letzte Aspekt ist bei der Alternative zur Nachtsicht, der Wärmebildkamera, nicht gegeben und besonders Entfernungen lassen sich damit nur schwer einschätzen. Jedoch bietet die beliebte Technik der Restlichtverstärkung nicht nur Vorteile. Zum Beginn sei hier erwähnt, dass die grünliche Bildauflösung das Erkennen von Wild nicht gerade einfach macht. Das Tier hebt sich nämlich nicht von seiner Umgebung ab. Auch die Lebensdauer der meisten Nachtsichtgeräte ist nicht sehr lange und beträgt meistens nur um die 1000 Stunden. Vor allem für Jagdbegeisterte in regnerischen Gebieten ist es sehr wichtig zu wissen, dass die Funktion der Geräte bei Regen und besonders bei Nebel stark eingeschränkt ist.

Einsatzgebiete

Zu nennen ist hier zunächst das Wildtiermonitoring: Meistens verlegen Tiere ihre Aktivitäten in die Nachtstunden. Mittels Nachtsicht und Wärmebildkameras kann das eigene Jagdrevier näher nach Standorten, Anzahl und Verhaltensroutinen des Wildes untersucht werden. Die Wärmebildtechnik ist auch sehr gut zur Nachsuche geeignet. Damit kann in kurzer Zeit ein großes Stück Wald nach dem erlegten Wild abgesucht werden. Als letztes Einsatzgebiet möchte ich noch die Verhütung von Wildschäden mittels Nachtsichttechnik erläutern: Das Wildschwein richtet immer mehr Schaden bei den Agrarflächen an. Diese Tiere sind nachtaktiv und deswegen ist zum Aufspüren ein Nachtsichtgerät in den meisten Fällen notwendig. Außerdem breitet sich in Europa die Afrikanische Schweinepest immer weiter aus, was eine gezielte Kontrolle der Schwarzwildbestände notwendig macht.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Am 20. Februar 2020 ist eine Novelle des deutschen Waffenrechtes in Kraft getreten, wodurch sich für Jägerinnen und Jäger einiges änderte. Der § 40 (3) WaffG besagt nun, dass Inhaber einer Jagderlaubnis nun Nachtsichtgeräte und Wärmebildkameras zu Jagdzwecken verwenden dürfen. Bereits bestehende Verbote und Einschränkungen bleiben jedoch weiterhin aufrecht. Das führt dazu, dass nun die einzelnen Länder über eine Erlaubnis entscheiden. In den meisten Bundesländern besteht bereits ein Verbot einer unmittelbaren Verwendung auf der Schusswaffe (als Zielgerät). Erwähnt muss an dieser Stelle aber noch werden, dass die gesetzlichen Verbote in nächster Zeit, vor allem für die Jagd auf Wildschweine, stark aufgelockert werden könnten.

Fazit

Nachtsicht- und Wärmebildtechnik ist für die Jagd sehr praktisch und ermöglicht ein gezieltes Auffinden von Wild während der Nachtstunden. Welche der beiden Techniken für einen selbst besser geeignet ist, ist eine sehr subjektive Entscheidung und kommt auch stark auf Witterung und Umgebung an. Jedenfalls sind die gesetzlichen Bestimmungen in den Bundesländern zu beachten. Bevor Sie sich ein Nachtsichtgerät zulegen, ist es ratsam, sich mit der geltenden Rechtslage vertraut zu machen, um Komplikationen bestmöglich zu verhindern.

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