Berlinale im Sommer

Berlinale im Sommer
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Die Berlinale, das größte Publikumsfilmfestival in Europa, hat seit ihrer Verlegung vom Sommer in den Februar 1978 jedes Jahr die weltweite Festivalsaison für Filmemacherinnen und Filmemacher aus aller Welt eingeleitet. Man kannte die Bilder vom roten Teppich, auf dem knapp bekleidete Filmstars frierend Interviews geben mussten. Stets wurde darüber geklagt, dass die Berlinale im Winter stattfinden muss. Gerade sonnenverwöhnte internationale Stars hat das winterliche Festival abgeschreckt. Doch was taten die Filmstars und -Sternchen nicht alles für ein gutes Bild in der Presse.

Das prestigeträchtige Festival ist in der Branche einer der wichtigsten Termine. Doch besonders bekannt ist es vor allem den Filmfans. Denn in keinem anderen Filmfestival hat das Publikum die Möglichkeit, so viele Filme aus internationalen Produktionen zu sehen. Die Berlinale ist vor allem ein Publikumsfestival, bei dem sich an jedem Berlinale-Tag bereits um sechs Uhr morgens meterlange Schlangen vor den Verkaufsorten gebildet haben, und das bei Wind und Wetter. So begehrt sind oder viel mehr waren Tickets auf der Berlinale.

Das wurde 2021 schließlich anders. Seit dem Beginn der Pandemie im März 2020 war vielen klar, dass die Berlinale 2021 das gleiche Schicksal wie alle anderen Filmfestivals ereilen wird. Kurz nachdem die Berlinale 2020 zu Ende ging, begann der Lockdown in Deutschland und der Reihe nach sagten die wichtigen Festivals in Venedig, Cannes und schließlich überall auf der Welt die Veranstaltungen ab. Filmemacherinnen und Filmemacher, die gehofft hatten, Presse und Publikum auf ihre Filme aufmerksam zu machen, gingen leer aus. Denn oftmals sah nur eine ausgewählte Jury die Filme.

Was tun die Filmemacher gerade?

Wer sich 2021 gerade fragt, wann denn wieder ein neues Serien-Highlight, ein großer Blockbuster oder ein gefeiertes Arthouse-Kino-Projekt zu sehen ist, der wird sich noch weiter gedulden müssen. Denn der Stopp der Filmproduktionen in aller Welt, der 2020 noch durch einige geplante Veröffentlichungen abgefedert worden war, wird sich spätestens in diesem Jahr zeigen. Hollywood hat 2020 fast seine gesamte Produktion eingestellt. Wenn gedreht wurde, dann unter solch erschwerten Bedingungen, dass des nur wenigen reichen Produktionen vorbehalten war.

Die anderen Filmemacherinnen und Filmemacher drehen seit 2020 Däumchen oder probieren Ihr Glück in einem Spielcasino mit Spielautomaten aus wie unter https://onlinecasinopolis.de/kostenlosen-spielautomaten-ohne-anmeldung/, was mehr Erfolgschancen bietet, als Dreharbeiten anzugehen. Versucht man es trotzdem, gleicht das einem Roulette-Spiel. Schließlich übernimmt keine Filmversicherung Ausfälle wegen eines Corona-Falles. Die Gemüter der Verantwortlichen sind dementsprechend aufgeheizt. Das zeigte sich auch jüngst bei dem Wutausbruch des Produzenten und Hauptdarstellers Tom Cruise am Set seines neuen Films “Mission: Impossible 7”.

Auch wenn man hierbei über die Art und Weise sicherlich streiten kann, ist der Beweggrund für den Ausbruch verständlich. Tatsächlich ist der Schaden, den Covid-19 für die Branche gebracht hat, immens. Das beginnt bei der Verzögerung von Produktionen bis hin zur Veröffentlichung in den Kinos. Nicht wenige Filmschaffende sind von Pleiten bedroht.

Alles öffnet im Sommer 2021?

Für die Berlinale, die für die Filmemacherinnen und Filmemacher nicht nur der Lobpreisung dient, sondern bares Geld bedeutet, wurde 2021 nun eine andere Lösung gefunden. Sie wurde in zwei Hälften geteilt. Gerade erst endete die erste Hälfte mit dem “Industry Event”. Hier wurde es einer internationalen Jury möglich gemacht, zumindest die Wettbewerbsfilme anzuschauen. Im Wettbewerb befand sich dieses Jahr durch den Lockdown in Hollywood kein einziger Film aus den USA, wie es sonst immer üblich war. Stattdessen gab es dieses Jahr vier Filme aus deutscher Produktion.

Die Gewinner 2021 stehen schon fest. Den goldenen Bären erhält der rumänische Film “Bad Luck Banging or Looney Porn”, eine Gesellschaftssatire. Doch außer der Jury und einem akkreditierten Branchenpublikum war es bisher nicht möglich, den Film anzuschauen. Es gab dementsprechend auch keine Kinovorführung, kein Q&A der Filmemacherinnen und Filmemacher oder den beliebten roten Teppich. Das soll sich im Sommer 2021 jedoch ändern. Dann wird der zweite Teil der Berlinale eröffnet. Vom 9. bis 20. Juni werden die Wettbewerbsfilme, Gewinner und Filme der anderen Rubriken gezeigt.

Die Berlinale kehrt zurück in den Sommer

Als die Internationalen Filmfestspiele 1951 in Berlin gegründet wurden, fanden sie noch im Sommer statt. Das wurde später zum Verdruss der meisten Berliner geändert, da damals der European Filmmarket parallel stattfand und sich so mit anderen europäischen Festivals überschnitt. Auf dem Filmmarket werden die Veröffentlichungen des Jahres an die Verleihe verkauft, ein wichtiges Branchenevent. Die Berlinale zog daher in den Winter.

Die Änderung 2021, die Berlinale in den Sommer zu verlegen, wird die Besucherinnen und Besucher des Festivals freuen. Sie müssen zumindest dieses Jahr nicht mehr in Kälte und Schnee für Karten anstehen. Auch die Stars und Sternchen werden dieses Jahr endlich jahreszeitgemäß auf dem roten Teppich erscheinen. Dennoch gibt es auch Kritik. Schließlich ist das Ganze eine gewagte Entscheidung, die Verantwortliche der Berlinale hier verkündet haben und die einzig auf Glauben beruht.

Sie hoffen darauf, dass im Juni die Kinos wieder öffnen werden und das Publikum wie früher die Filmsäle flutet. Doch ist das realistisch?

Der stete Blick auf die Zahlen

Im März 2021 sieht es bei den Zahlen weit schlimmer aus als vor einem Jahr zu Beginn der Pandemie. Viele Menschen fürchten sich vor einer dritten Welle, ausgelöst durch die Mutationen, die mittlerweile auch Berlin erreicht haben. Die Signale aus der Politik stehen hingegen auf Öffnung. So sollen Ende März die ersten Kinos wieder unter Auflagen öffnen können, sofern die Inzidenzzahlen unter einem gewissen Wert bleiben.

Sollte das so sein, wird es dennoch keine vollen Säle geben. Schließlich bleiben die Abstandsregeln weiter erhalten. Die Kinobetreiber müssen dafür sorgen, dass genug Abstand zwischen den Sitzen bleibt. Und auch ein Q&A oder andere Zusatzveranstaltungen werden nur unter einem hohen Sicherheitsaufwand möglich sein. Ebenso werden die beliebten Partys und Empfänge wegfallen. Hier traf sich die weitverzweigte Branche zu Gesprächen, die bis dato so manch eine Karriere lancierte. Auch die Modebranche und andere Zulieferer des Berlinale-Betriebs wird der Ausfall der großen Events treffen.

Eine richtige Berlinale sieht da anders aus. Doch die Hoffnung stirbt im Kino immer zuletzt. Gerade junge Filmemacherinnen und Filmemacher, die Aufmerksamkeit eines Publikums unbedingt brauchen, um ihre nächsten Filme und schließlich auch ihr eigenes Überleben finanzieren zu können, sind auf die öffentliche Präsentation angewiesen. Schon hierfür wird es wichtig sein, dass die Sommer Berlinale dieses Jahr ein Erfolg wird. Ob es soweit kommen wird, klärt sich jedoch erst im Juni.

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