Was ist das Besondere an der Fischpediküre?

Fischpediküre
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Die Füße gehören zu den Körperteilen, denen die meisten Menschen nur sehr wenig Beachtung schenken und die deswegen kaum gepflegt werden. Viele widmen sich ihren Füßen erst, wenn sie beginnen weh zu tun. Dann ist es jedoch oft zu spät. Zu einer normalen Fußpflege gehören dagegen tägliche Reinigung und Nagelpflege. Und da wir alle auf unseren eigenen Füßen stehen, ist auch der Ganz zu einer Pediküre durchaus sinnvoll. Neben normaler Fußpflege und Schönheitssalons, die sich den Füßen widmen gibt es auch noch eine besondere Art von Pediküre; die Fischpediküre. Hier pflegen Fische die Haut des Kunden. Wissenschaftliche Studien, aber auch die Erfahrung Hunderttausender Menschen, die einmal eine solche Fischpediküre mitgemacht haben, zeigen, dass die Fische nicht nur die Haut, sondern auch die Seele reinigen. Was ist nun das Besondere an einer Fischpediküre?

Die am meisten vernachlässigte Region: die Füße

Bevor diese Frage beantwortet wird, erst einmal ein paar generelle Sätze zu Fußpflege. Wir alle stehen auf unseren Füßen und belasten sie dabei. Im Gehen, im Sitzen, sogar im Liegen belasten wir sie. Die Füße tragen dabei unser gesamtes Körpergewicht und müssen tagtäglich Hochleistung erbringen. Das geht auf Dauer zulasten der Gesundheit dieser Region. Zudem werden Füße heute oft viel zu lange und zu oft in unbequemes Schuhwerk gesteckt. Zu enge Schuhe führen zu Druckstellen und zu Hornhautbildung. Im schlimmsten Fall entwickeln sich Hühneraugen und die Fußknochen können sogar entzünden. Vernachlässigte Füße sind nicht zu unterschätzen und können den Rest des Körpers gesundheitlich sehr beeinträchtigen. Wer beruflich viel unterwegs ist, braucht gesunde Füße. Deswegen ist die tägliche Pflege durch Waschen und Duschen Pflicht. Zu viel Hornhaut an den Füßen kann zu erheblichen Belastungen führen. Dieser Ballast kann vom Fußpfleger oder aber von speziellen Fischen entfernt werden.

Fische mit natürlichem Fußpflege-Diplom

In der Natur gibt es viele Tierarten, die in Symbiose mit anderen leben, wie die Biologie festgestellt hat. Diese Tiere widmen sich gegenseitig und pflegen sich. So gibt es in Afrika Vögel, die Parasiten aus der Haut von Säugetieren entfernen und davon leben. In den Vierziger Jahren wurde eine spezielle Fischart entdeckt, die ähnlich vorgeht und sich von abgestorbenen Hautzellen ernährt. Diese Art heißt Garra rufa und hat in den letzten Jahrzehnten einen wahren Boom in der Gesundheitsindustrie erlebt. Dieser Fisch liebt genau die Haut, die wir Menschen so gar nicht an unseren Füßen haben wollen: die abgestorbenen Hautzellen und die Hornhaut. Der Fisch sucht die Haut ab und knabbert die für ihn leckeren Hautstellen ab. Und keine Angst, es sind wahrlich keine Piranhas! Die abgestorbenen Hautschichten am Fuß besitzen keine Nerven und deswegen können diese vollkommen schmerzfrei entfernt werden. In der Fußpflege werden dabei Instrumente, wie Schaber oder kleine Messer, genutzt, der Fisch dagegen besitzt lediglich seinen Kiefer. Und die Fische verstehen dabei ihr Handwerk sehr genau.

Gehen und Laufen ohne Druck durch die Fischpediküre

Um die Frage zu beantworten, warum Fischpediküre sinnvoll ist, betrachten wir einfach die Vorteile. Denn diese Art von Pediküre besitzt ausschließlich Vorteile. In letzter Zeit gab es zwar einige Einwände gegen den Einsatz von Fischen, da diese nicht steril gemacht werden können, aber klinische Untersuchungen haben bislang keinerlei Möglichkeiten der Übertragung von Krankheiten aufzeigen können. Die Fischpediküre hat klare Vorzüge. Zum einen entfernen Fische wie Garra rufa die abgestorbenen Hautzellen exzellent. Patienten sitzen dabei mit den Füßen in einem Wasserbecken, in dem sich mehrere Dutzend oder gar Hunderte solcher Fische befinden. Die Fische suchen systematisch die gesamte Hautoberfläche der Füße ab und nagen die abgestorbenen und mit zu viel Hornhaut bewachsenen Stellen ab. Patienten bemerken dabei lediglich ein Kitzeln oder leichtes Streicheln. Selbst kleinere Schnitte oder Verletzungen sind kein Problem und werden von den Fischen ignoriert. Die Fische sind an lebenden Hautzellen nicht interessiert. Ganz im Gegenteil, denn der Speichel von Garra rufa besitzt Enzyme, welche die Bildung von Hautzellen anregen! Das Ergebnis der Fischpediküre ist nicht nur eine schonend behandelte und weiche Haut, sondern auch eine Haut, die sich regeneriert. Deswegen wird diese Fischpediküre auch von Ärzten bei speziellen Fußerkrankungen eingesetzt.

Reinigung von Füßen und Geist

Aber nicht nur die Füße werden von den Fischen gut behandelt, sondern auch die Seele. Die Füße im Wasserbecken mit den Fischen baumeln zu lassen, führt zu Entspannung und Rückbesinnung. Das Kitzeln der Fische an den Füßen führt zu Lächeln und Lachen – es heißt ja nicht umsonst, dass Lachen gesund ist. Die Fischpediküre hat also nicht nur ganz konkrete physische Auswirkungen, sondern führt zu einem besseren Wohlbefinden im ganzen Körper. Die Fische massieren dabei durch ihr Knabbern und Nagen die Haut an den Füßen, was ähnlich einer Fußmassage entspricht. Patienten fühlen sich nach einer Fußbehandlung durch diese Fische erheblich gestärkt. Diese positiven Auswirkungen halten auch noch einige Zeit nach der Behandlung an. Regelmäßige Pediküren mit den Fischen können so einen belasteten Körper stärken und generell das Immunsystem und die gesamte innere Balance von Körper und Seele korrigieren. Vor allem Menschen mit starker Fußbelastung können so zu einem gesunden und weniger eingeschränkten Leben zurückfinden.

Und was macht sie so besonders?

Was ist also das Besondere an der Fischpediküre? Nun, zuerst einmal, dass bei der Fußpflege keine mechanischen Instrumente genutzt werden, sondern ganz natürlich die Tierarten, die sich in der Natur auf das Entfernen von abgestorbenen Hautzellen und –schuppen spezialisiert haben. Da sich die Fische ausschließlich davon ernähren, können sie speziell und gezielt die Oberfläche der Haut an den Füßen „abgrasen“ und genau die Stellen behandeln, die wir Menschen so gar nicht an unseren Füßen haben wollen. Nachdem viele Menschen ihre Füße im Alltag vernachlässigen, greifen sie dann oft zu Cremes, Salben oder gar zu scharfen Instrumenten, um die überschüssige Hornhaut und andere Druckstellen an den Füßen zu entfernen. Dies führt oft zu erheblichen Verletzungen. Die Fische sind dagegen Spezialisten im Umgang mit der Haut und behandeln diese sanft und natürlich. Das Ergebnis ist eine weiche, von Hornhaut und anderen Druckstellen geminderte Haut. Das Laufen und Gehen macht wieder Spaß und auch die psychischen Belastungen, die sich aus Fußerkrankungen ergeben, nehmen ab. So helfen die Fische uns Menschen, wieder auf eigenen Füßen zu stehen.

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