s Der unsichtbare Feind: Warum sind Chlamydien so gefährlich?

Der unsichtbare Feind: Warum sind Chlamydien so gefährlich?

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Diese Zeit des Jahres hat jedes Mal etwas Magisches und bietet die Gelegenheit zu besonderen Begegnungen. Dabei ist jedoch auch etwas Vorsicht geboten. Neue Bekanntschaften können unvorhergesehene Folgen haben, beispielsweise Infektionen mit Chlamydien!

Chlamydien sind die häufigste von Bakterien ausgelöste Geschlechtskrankheit. Vor allem junge Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren infizieren sich oft. Die meisten Chlamydieninfektionen verlaufen ohne Symptome: Bis zu 80 % der Frauen und 50 % der Männer merken nicht einmal etwas von der Infektion. Aus diesem Grund bleiben die meisten Fälle ohne Diagnose.

Folgen einer Infektion

Weil die meisten Infektionen ohne Symptome verlaufen, wissen die Betroffenen oft gar nicht, dass sie infiziert sind. Das mangelnde Bewusstsein der Wichtigkeit von Vorsorgeuntersuchungen führt dazu, dass viele Infektionen nicht behandelt werden. Späte oder ausbleibende Behandlungen erhöhen das Risiko von Komplikationen.

Manche Frauen, die meinen, eine unkomplizierte Infektion des Gebärmutterhalses zu haben, leiden vielleicht schon an einer Erkrankung der Eierstöcke und der Eileiter. Nur etwa 20 – 30 % der Frauen haben Symptome wie Scheidenausfluss, Dysurie (Schmerzen beim Entleeren der Blase), Reizungen im Vaginalbereich, Blutungen oder Schmerzen im Unterleib. Bei der Hälfte der männlichen Patienten kommt es zu Symptomen wie Dysurie, weißem oder gelbem Ausfluss und Juckreiz im Penis.

Die Wahrscheinlichkeit schwerwiegender Folgen ist bei Frauen viel höher als bei Männern: Bis zu 40 % einer unbehandelten Infektion können aufsteigen und zu einer Beckenentzündung (PID) führen, die die Gebärmutter, die Eileiter und das umliegende Gewebe dauerhaft schädigen kann, was sich auf die Fähigkeit, Kinder zu haben und den allgemeinen Gesundheitszustand auswirkt. Noch immer sind Chlamydien die häufigste Ursache für Eileiterunfruchtbarkeit.

Vorbeugung und Testmöglichkeiten

Bei der Vorbeugung kann die Bedeutung von Screenings gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Jugendliche und junge Erwachsene haben das höchste verhaltensbedingte Risiko, sich mit Geschlechtskrankheiten anzustecken, doch die Screening-Raten bleiben hinter den Empfehlungen zurück.

Da Chlamydien in der überwältigenden Mehrheit der Fälle asymptomatisch sind, verpassen Ärzte, die darauf warten, dass ihre Patienten Symptome melden, nicht nur die Diagnose der Infektion, sondern auch wertvolle Gelegenheiten zur Beratung, wie man sexuelles Risikoverhalten vermeiden kann.

Viele Hindernisse tragen zu der niedrigen Screening-Rate bei. Manche liegen bei den Patienten, manche bei den Ärzten und manche im System. Vertrauliche Befragungen sind unerlässlich, um Risikopatienten zu identifizieren. Sobald das Risiko ermittelt ist, können Ärzte die Patienten genauer untersuchen, behandeln und beraten.

Das größte Hindernis für Jugendliche ist die Sorge um die Vertraulichkeit. Dazu gehört die Angst, vor den Eltern über ihr Sexualleben zu sprechen.

Es wäre wünschenswert, wenn sich jede Person mit einem neuen Sexualpartner auf die häufigsten Geschlechtskrankheiten testen lassen würde. Dazu gehören außer Chlamydien auch Gonorrhoe und Syphilis.

Einen Chlamydien-Test können die Betroffenen jederzeit bei Urologen oder Frauenärzten vornehmen lassen. Es gibt auch Test-Kits in der Apotheke und über Webseiten zu kaufen. Beim Test wird der Urin auf Partikel des Erbguts der Bakterien untersucht.

Behandlung einer Chlamydieninfektion

Die Antibiotika Doxycyclin und Azithromycin sind die Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Chlamydieninfektionen. Beide sind sehr wirksam.

Wenn ein Patient positiv auf Chlamydien getestet wird, sollten alle seine Sexualpartner der letzten 60 Tage untersucht, getestet und behandelt werden.

Eine Nachuntersuchung nach Abschluss der Behandlung mit Doxycyclin oder Azithromycin ist normalerweise nicht nötig, außer die Symptome bestehen weiterhin. Wegen der hohen Rückfallquote bei Infektionen sowie des erhöhten Risikos von Beckeninfektionen und anderen Komplikationen bei Folgeinfektionen sollte besonders Frauen und Jugendlichen drei Monate nach der Behandlung eine weitere Untersuchung angeboten werden.

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